Meine Auszeit im Sommer 2016 – Besuch und Kennenlernen auf dem Berger-Hof

Ich werde am 01. Mai nach Südtirol aufbrechen und (so ist es geplant) am 01.10.16 wieder zurück kommen.

Im Oktober 2015 habe ich mich bei verschiedenen Vermittlungsstellen für einen Alm-Job beworben (Adressen – siehe Bericht „Meine Auszeit im Sommer – Vorbereitung……“, ganz unten).
Im Februar diesen Jahres habe ich von der „Bergbauernhilfe Südtirol“ 3 Höfe mit deren Steckbriefen zur Auswahl bekommen. Einer davon, der „Bergerhof“, hat mir sehr gut gefallen, und ich habe die Bauersleute gleich 2 Wochen später besucht. Der persönliche Kontakt war mir sehr wichtig; ich wollte wissen, wo und mit wem ich 5 Monate zusammen arbeite und lebe.

Oswald, der Bauer, hat vor ca. 25 Jahren den Bergbauernhof erworben. Mit Freude und Hartnäckigkeit hat er den Hof wieder auf die Beine gestellt. Er studierte Pädagogik und Psychologie, seine Lebensgefährtin Johanna ist Lehrerin im nächstgelegenen Dorf. Sie waren mir beide sofort sehr sympathisch, und ich wusste, dass ich mich richtig entschieden habe.

Die Basis des Auskommens von Oswald und Johanna bildet die Viehwirtschaft. Sie haben 4 Kühe, 2 Jungvieh-Kühe, 3 Kälber, ca. 15 Schafe, ca. 28 Ziegen, einige Hühner, 4 Hunde, viele Katzen, und einen Esel. Sie stellen Käse. Quark und Joghurt für einen Gasthof aus der Umgebung her. Im Sommer kommt das meiste Vieh auf die Alm, sodass für den Gemüse-, Kräuter- und Getreideanbau, sowie für´s Heumachen mehr Zeit bleibt. Ein Teil des Gemüses wird an private Haushalte geliefert. Viel Zeit wird im Sommer investiert, um Vorräte für den Winter zu schaffen, denn der Bergerhof ist zu 80% ein Selbstversorgerhof. Sie machen von allem ein bisschen, um sich eben selbst versorgen zu können. Dies ist ideal für mich, denn genau das möchte lernen!

Es gibt dort kein Internet, nur Festnetz; jedoch der Handy-Empfang funktioniert wohl (ich werde mir aus Kostengründen eine italienische SIM-Karte holen müssen). Deswegen kann ich auch leider während meines Aufenthalts nichts auf dem Blog berichten…..
Ich freue mich auf eine Zeit, frei von dem Zwang, ständig erreichbar sein zu müssen! Keine emails, SMSn, WhatsApp-Nachrichten…..sicherlich werde ich den ein oder anderen Anschluss verpassen, die ein oder andere Sensation nicht mitbekommen…..aber alles wirklich Wichtige erreicht mich sicherlich!
Natürlich habe ich auch ein bisschen Bammel, weil ich noch nie so lange von zu Hause, und meinen Lieben, fort war. Ich mache mir Sorgen, dass ich die Arbeit körperlich nicht schaffe. Zur Zeit bin ich schlecht trainiert. Werde ich mich gut verstehen mit den Bauersleuten? Werden sie mit mir zufrieden sein?….
Ich bin sehr gespannt, was diese Zeit mit mir macht, und ob ich mich danach wieder in die „Zivilisation“ einleben kann…..

Meine Problemen habe ich auch mit der richtigen Auswahl an Dingen, die ich mitnehmen werde. Ich neige dazu, immer zuviel einzupacken (wie wahrscheinlich die meisten Frauen!).
Meine „Ausrüstung“ reicht von Arbeits-, Freizeit-, Warm/Kalt-Kleidung und-schuhe, über Bücher, Radio, Zeckenzange, persönliches Kissen, Fotoapparat, Taschenlampe, Kosmetik (falls man mal wohin kommt 🙂 ), Rucksack, Kartenmaterial, Kompass (man muss mit den verbliebenen Ziegen tägl. spazieren gehen) bis hin zum Tagebuch, Schreibzeug, Sonnenschutz, und vieles mehr.
Vorab muss ich auch noch diverse Dinge regeln, wie Finanzen, Krankenkasse, Versicherungen, laufende Kosten, emails an Freunde und Bekannte, Familie und Freunde verabschieden, meinen Mann für alles zu-Hause-Gebliebene instruieren.
Jetzt habe ich noch knapp 3 Wochen bis zu meiner Abreise, und ich weiß, dass ich, je näher der Zeitpunkt rückt, immer panischer werde, was das Packen betrifft…..aber das werde ich schon hinkriegen!

So, jetzt ist leider Schluß für ein halbes Jahr mit Blog-Berichten. Ich werde im Winter 2016 von meiner Auszeit schreiben. Bis dahin wünsche ich Euch eine wundervolle Zeit!

Alles Liebe
Anja

 

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