Meine Auszeit im Sommer 2016 – Es kam anders als gedacht

Den Berger-Hof in Südtirol habe ich recht schnell wieder verlassen, weil es für MICH dort aus persönlichen und gegebenen Umständen nicht möglich war zu bleiben.

Nun hatte ich plötzlich viel Zeit, war aber entmutigt, es nocheinmal mit fremden Menschen auf einem fremden Hof zu versuchen…..auch die Scham, mit wehenden Fahnen los gezogen und mit hängendem Kopf zurückgekehrt zu sein, ließ mich eine gefühlte Ewigkeit in einer Schockstarre verharren. Dann fragte ich bei meinen lieben Permakultur-Freunden Volkmar und Nicole vom Hendlberghof an, ob ich sie besuchen könne, weil ich Hof-Erfahrungen sammeln möchte, und dabei liebe Menschen um mich brauche….die Antwort kam sehr schnell…..ich könne, wenn ich wolle, schon morgen kommen; mein Zimmer sei fertig. Da war ich überglücklich, packte meine Sachen und meine Cousine (die mich für 2 Wochen auf dem Hof in Südtirol besuchen und mitarbeiten wollte) und wir fuhren in den Wienerwald…..

Herzlich und wärmstens wurden wir von Nicole und Volkmar empfangen. Wir bezogen unser Zimmer im oberen Teil des Hofes, das frisch renoviert war; die Wände wunderschön mit Lehm verputzt. Kein fließend Wasser im Haus, draußen eine Komposttoilette mit traumhaftem Ausblick und die Dusche mit frischem Quellwasser hinterm Haus…..eine Herausforderung, das mittlerweile für uns so selbstverständlich gewordene, fließende Wasser im Haus wieder als Luxus wahrzunehmen.

Die Aussicht von der Terrasse (und auch von unserem Zimmer) war so herrlich und erholsam, dass ich zu allen möglichen Zeiten immer wieder ein Foto schießen musste…..

Volkmar hatte ein paar Wochen zuvor frisch gesägte Pappelnstümpfe mit Pilzmycel befüllt  und mit Kreppband zugeklebt, um nach einem gewissen Procedere – Stamm feucht und abgedeckt so lange liegeblassen, bis sich der Pilz darin ausgebreitet hat (die Stirnseite färbt sich weiß); dann ein paar Tage trocken stellen, dann wieder wässern, dies wiederholen, bis der Pilz soviel Stress hat, dass er austreibt, weil er sich vermehren muss – die Pilze zu ernten und essen. Kurz bevor wir ankamen hat er jedoch festgestellt, dass ihm eine Maus das ganze Pilzmycel herausgefressen hat. Er war total sauer, dass die ganze Mühe umsonst war……wir haben ihm natürlich dabei geholfen, die Baumstämme wieder neu zu befüllen……und dabei auch den Übeltäter gefunden und…..natürlich laufen lassen……

 

Hier ein paar Fotos von den Baby-Gänschen, die bei meinem 2. Besuch im August so gewachsen waren….und den Baby-Entchen….sie waren im Sommer von ihren Eltern in der Größe nicht mehr zu unterscheiden….

Wir haben Tage bei den beiden sehr genossen mit Kochen am Lagerfeuer, Holundersirup und -gelee einkochen, mit Freunden gesessen und geplaudert und kleine Wanderungen unternommen.

Als wir uns nach einer gewissen Zeit schweren Herzens verabschiedet haben, und im Auto unterwegs nach Wien waren (wo wir noch ein bisschen sightseeing machen wollten), mussten wir feststellen, dass in uns solch eine Ruhe und Zufriedenheit herrschte, wie wir sie schon lange nicht mehr gespürt haben…….kaum in Wien angekommen, tobte dort eine Großstadthektik, die uns mit ihrem unübertrefflichen Charme sogleich in den Bann zog…….

Volkmar & Nicole thank you so much for this great experience and a wonderful time with you!!

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